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Grünkohl-Anbau auf dem Flughafen

 

Grünkohl hat es in sich. Das wissen nicht nur jene, die das Wintergemüse mit seinen zahlreichen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen lieben. Nein, das wissen inzwischen auch Flughafen-Betreiber.

Am Berliner Flughafen Schönefeld/BER, am Flughafen Dresden, Bremen, München und noch einigen anderen wird inzwischen gezielt Grünkohl angebaut. Genutzt werden dafür verschiedene Standorte — nah und etwas ferner der Landebahn. Die Standorte werden peinlich genau festgelegt, die Wachstumsbedingungen sind genormt.

Biomonitoring – so heißt das Geheimnis dahinter. Grünkohl wirkt als Indikatorpflanze. Gemessen wird, ob und wenn ja, wie sehr, hinterlässt der Flugbetrieb Schadstoffe in der Umwelt. Vor allem Flugzeugabgabe stehen dabei im Blickpunkt der Untersuchungen.

Beim "aktiven" Biomonitoring werden Pflanzen unter gleichartigen Bedingungen vorkultiviert, in der Umgebung des Flughafens sozusagen als Topfpflanze aufgestellt und nach einer festgelegten Zeit im Labor auf Schadstoffe untersucht. Der Vergleich der Ergebnisse der Pflanzenanalysen mit den gesetzlichen Grenz- und Höchstwerten für Futtermittel und Nahrungsmittel liefert Rückschlüsse auf die Qualität der in der Region erzeugten Nahrungsmittel.

Falls vorhanden, nimmt der Grünkohl Schwermetalle über die große Blattfläche auf und reichert sie zuverlässig in der Pflanzen an.

Beim Grünkohl funktioniert das übrigens am besten im Herbst. Im Frühjahr wird am bliebsten das Blattgemüse Spinat dafür genutzt, während der Sommermonate aber auch Weidelgras.

Mit dem Anbau von Grünkohl lässt sich langfristig die Luftverschmutzung messen. Die Indikatorpflanze nimmt über ihre Blätter vor allem Schwermetalle auf.