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Hilfreiche Normen für Obst und Gemüse

Für viele Gemüse- und Obstsorten gibt es Handelsnormen. Das macht die Ware für Produzenten, Händler und Käufer vergleichbar. Nur für 11 Sorten gelten EU-Normen.

Bei Kohl und Spargel zum Beispiel orientieren sich alle Beteiligten an den nicht rechtsverbindlichen UNECE-Normen. Die UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) wurde 1947 gegründet, um nach dem Zweite Weltkrieg die Wirtschaft in den europäischen Ländern wieder flott machen zu helfen.

 

Spargel Ist in Handelklassen eingeteilt, für die je nach Art (weiß, violett, grün, grünviolett) Größen vorgegeben sind.

Bei weißem Spargel gilt für die Klassen Extra und I:  Langer Spargel  soll mindestens 17 cm und darf höchstens 22 cm lang sein, bei kurzem reichen 12 bis 17 cm. Klasse II-Spargel kann 12 bis 22 cm lang sein, pro Packung oder Bund soll sich die Länge der Stangen nur 5 cm unterscheiden.  Spargelspitzen sollen kürzer als 12 cm sein.

In der Stangenmitte soll Extra-Spargel mindestens 12 mm stark sein, die Stärke aller Stangen im Bund darf um maximal 8 mm variieren. Für Klasse I gilt ein Mindestdurchmesser von 10 mm bei 10 mm Spielraum für alle Stangen im Bund. In Klasse II soll die  Spargelstange wenigstens 8 mm stark sein.

 

Weißkohl gehört wie Rotkohl und Wirsing zum Kopfkohl. Bei Frühkohl muss ein Kopf
mindestens 350 g wiegen, sonst 500 g. Der schwerste Kopf in einem Packstück darf
nur doppelt so viel wiegen wie der leichteste und darf zudem höchstens 1 kg schwerer sein als der leichteste Kohlkopf ­— bei 10 % Toleranz.

Als Klasse I-Kohl gilt jener, bei dem der Blütentrieb (Strunk) höchstens ein Viertel der Länge des Kohlkopfes hat, bei Klasse II darf er bis zu zwei Drittel der Kopflänge haben.

 

Für den Handel mit diesen Produkte gibt es EU-Normen, die rechtsverbindlich sind:

 

Bananen müssen in allen Handelsklassen mindestens 14 cm lang  und 27 mm dick sein.
Gemessen wird die Länge an der äußeren Wölbung vom Stilansatz bis zur Spitze, die
Dicke in der Mitte der Frucht. Bei einem Finger (5er-Bündel) gilt dabei die mittlere
Frucht als Referenzstück, wenn größensortiert abgepackt wird. Ausnahmen gelten nur für Bananen, die südlichen EU-Ländern wachsen und wegen des Klimas nie so groß werden können.

 

Kiwi der Klasse Extra müssen mindestens 90 g schwer sein, in Klasse I reichen 70 g,
in Klasse II 65 g — bei 5 bis 10 % Toleranz je nach Klasse. Das Verhältnis des kleinsten
und des größten Durchmessers einer Frucht muss bei Extra-Kiwis mindestens 0,8 und bei Klasse-I-Früchten wenigstens 0,7 betragen.

 

Weintrauben — also alle Tafeltrauben — müssen je nach Sorte mindestens einen
Brix-Wert zwischen 12° und 14° (Zuckergehalt) haben. Verpackt muss eine  Traube mindestens 75 g wiegen, es sei denn sie wurde gezielt als Einzelportion abgepackt.

 

Eier werden nach den Größen S, M, L und XL sortiert. Gemessen werden weder Umfang noch Höhe, denn nur das Gewicht der Eier ist entscheidend:  S-Eier haben weniger als
53 g, M-Eier wiegen zwischen 53 und 62 g, L-Eier zwischen 63 und 72 g und alles ab 73 g wird zu den XL-Eiern gezählt.

Übrigens: In einer Packung dürfen auch Eier verschiedener Größen sein, wenn das explizit ausgewiesen wird.

 

Erdbeeren der Extra-Klasse müssen an ihrer dicksten Stelle 25 mm Durchmesser haben,  für die Klassen I und II gilt ein Durchmesser von mindestens 18 mm. 10 Prozent kleinere  Beeren sind pro Packung erlaubt.  Die Handelsklassen unterscheiden sich sonst vor allem in der Frische und im Zustand der Erdbeeren.

 

Äpfel müssen mindestens 60 mm Durchmesser oder 90 g Gewicht haben, es sei denn, der Brix-Wert liegt bei 10,5° und höher (Zuckergehalt), dann reichen auch 50 mm bzw. 70 g pro Apfel. Die einzelnen Äpfel in einer Packung/Stiege  dürften sich je nach Sorte 5 bis 10 % in der Größe und 15 bis 50 g im Gewicht unterscheiden.

Je nach Handelsklasse ist auch die Ausprägung der jeweils sortentypischen Rotfärbung vorgeschrieben.