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Kräuter-Auszüge herstellen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, aus frischen, aber auch aus getrockneten Kräutern Auszüge anzulegen. Welcher Weg der beste ist, hängt davon ab, welche Inhaltsstoffe gelöst werden sollen.

Reine ätherische Öle werden in der Regel mit Wasserdampf destilliert.

Die meisten Wirkstoffe werden jedoch durch Einweichen in einem Lösungsmittel wie Wasser, Öl oder Alkohol. Ätherische Öle lösen sich in fetten und Alkohol, Gerbstoffe besonders gut in heißem Wasser und Schleimstoffe vor allem in kaltem Wasser.

 

ÖLAUSZÜGE

Ölauszüge lösen vor allem fettlösliche Wirkstoffe der Heilpflanzen, insbesondere Carotinoide, ätherische Öle und Phytosterole. Für den Ölauszug sind drei Faktoren wesentlich: die Dauer der Extraktion, die Temperatur und der Zerkleinerungsgrad des Pflanzenmaterials.

Ölauszüge werden meist kalt angesetzt, etwa bei Zimmertemperatur. Auch ein Warmauszug für 2 bis 3 Stunden in 50 bis 60°C warmen Öl sind möglich. Dabei verdampft bei sehr wasserhaltigen Pflanzen einen Teil des Wasser, was einer Schimmelbildung vorbeugt.

Der Kaltauszug funktioniert so:

  • Kräuter zur Mittagszeit an einem sonnigen Tag ernten; dann ist die Konzentration an Heilstoffen bei den meisten Kräutern am höchsten.
  • Die Kräuter für einige Stunden im Schatten anwelken lassen, das mindert den Wassergehalt der Pflanzen. Bei einem hohen Wassergehalt kann sich Schimmel bilden.
  • Die Kräuter zerkleinern und so in ein verschließbares Glas  geben, dass alle Teile gut vom Öl umspült werden können.
  • Das Glas mit Öl auffüllen, bis die Kräuter bedeckt sind. Dabei bitte oxidationsstabile Öle verwenden, Olivenöl zum Beispiel.
  • Dann wird das Glas verschlossen und für ca. 14 Tage an einen warmen, nicht zu hellen Ort gestellt. Frisches, wasserhaltiges Einlegegut beginnt sich danach zu zersetzten. Trockenes Einlegegut wie Nelken oder Zimt kann länger im Öl bleiben.
  • Glas täglich einmal gut schwenken und kippen, jedoch so, dass sich möglichst keine Luftbläschen bilden.

 

ALKOHOLAUSZÜGE

In wässrig-alkoholischen Auszügen werden wasserlösliche und fettlösliche Bestandteile (Flavonoide, Carotinoide, Alkaloide, Glycoside, Saponine, einige Bitterstoffe und ätherische Öle) gelöst.

Sie können dafür frische oder getrocknete Kräuter verwenden. '

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, nehmen Sie Alkohol (Ethanol) mit 70 Volumenprozent. Je nach Pflanzenteilen und Wirkstoffen sind jedoch auch niedrigere Konzentrationen ausreichend und vor allem kostengünstiger. Für Blüten, Blätter reichen 30—55 Volumenprozent, für Wurzeln und verholzte Teile 55—70 Volumenprozent. Vor allem Harze brauchen eine höhere Konzentration.

Alkohlauszüge sollten mindestens fünf Wochen stehen, bis man sie durch ein Sieb oder einen Filter abgießt und in dunkle Flaschen abfüllt.

 

WASSERAUSZÜGE

Kaltwasserauszüge lösen vor allem Schleimstoffe und Ätherische Öle aus den betreffenden Heilpflanzen. Dabei übergießt man das zerkleinerte Pflanzengut mit kaltem bis lauwarmem Wasser, lässt den Auszug bis zu zwölf Stunden stehen und seiht ihn dann ab.

Heißwasserauszüge (Tee) können bereits nach wenigen Minuten genutzt werden. Kräuter lässt man gewöhnlich ca. 10 Minuten ziehen.

Für Auszüge eignen sich Schraubverschluss-Gläser:
Man sieht, was passiert …