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Wegerich-Salbe für alle Fälle

Insektenstiche sind lästig: Sie schwellen an und jucken. Manchmal großflächige, schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen, die über mehrere Tage anhalten können. Für Abhilfe sorgt eine Salbe mit Wegerich. Sie können dafür Spitzwegerich oder Breitwegerich nutzen.

Die Salbe lindert den Juckreiz, wirkt kühlend, mindert Schwellungen und beschleunigt die Heilung.

Wegerich-Arten ist eine wichtige Erste-Hilfe-Pflanze, sie helfen bei Wunden, blauen Flecken und Prellungen. Bei Stichen durch Bremsen, Wespen, Bienen und Mücken, aber auch bei einer Berührung mit Brennnesseln kann Wegerich vor Schwellungen und Juckreiz schützen. Dazu lässt sich einerseits das frische, mit den Fingern zerquetschte Kraut nutzen, wenn man unterwegs keine Salbe dabei hat.

Die Salbe lässt sich in der Hausapotheke bereithalten — auch als Einreibung bei Husten. Die Salbe ist zudem bei Hautproblemen wie Windeldermatitis oder allergischen Reaktionen hilfreich.

Für die Salbe braucht man frische Wegerich-Blätter (nicht regen- oder taunass pflücken!), Olivenöl und vielleicht etwas Kokosöl, Bienen- und vielleicht Wollwachs (Lanolin) sowie ein sauberes Schraubglas und kleine Abflüllgläser oder Salbentiegel.

Die Salbe wird in zwei Arbeitsschritten hergestellt. Zunächst bereitet man einen Ölauszug zu. Das geht so:

Die Blätter gut waschen und abtrocknen, dann kleinschneiden und in das Schraubglas geben. Dann wird Olivenöl darüber gegeben, bis die Blätter bedeckt sind. (Wer mag, kann auch eine Mischung aus 80 % Olivenöl und 20 % Kokosöl nehmen. Falls sich das Kokosöl nicht auflöst, das Glas für einige Zeit an einen warmen Ort stellen.) Das Glas verschließen und alles zwei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. In dieser Zeit muss man unbedingt täglich das Glas gut schütteln.

Nach zwei Wochen wird der Ölauszug durch ein Sieb in einen kleinen Topf gegeben und dabei die Menge des Ölauszugs gewogen. Das vereinfacht das Herstellen der Salbe.

Dafür wird dem Ölauszug nun Bienenwachs und bei Bedarf Wollwachs zugesetzt.

Als Faustregel gilt: Pro 100 ml Ölauszug gibt am 12 g Bienenwachs dazu. Wer lieber eine festere Salbe möchte, der gibt 2 g mehr dazu, wer eine weichere Salbe lieber mag, nimmt 2 g weniger.

Um die Salbe geschmeidiger zu machen, kann man einen Teil des Bienenwachses mit der doppelten Menge Wollwachs ersetzen.
Also: 5 g Bienenwachs werden mit 10 g Wollwachs ersetzt.

Das Bienenwachs wird zum Ölauszug in den Topf gegeben. Dann wird alles im Wasserbad erwärmt, bis das Wachs schmilzt, und gut verrührt, am besten mit einem Holzlöffel oder Holzstab.

Um die Konsistenz der Salbe zu testen, lässt man eine Probe auf einem Teller kalt werden. Ist die Salbe zu fest, gibt man etwas Öl dazu, ist sie zu weich, braucht es noch etwas mehr Bienenwachs.

Ist die Konsistenz wie gewünscht, wird die Salbe in kleine, frisch ausgekochte Gläser oder Salbentiegel abgefüllt. Kühl aufbewahrt hält sich die Salbe mindestens mehrere Monate.

Mit kleinen Gläsern oder Salbentiegeln lassen sich selbst gemachte Salben gut portioniert aufbewahren.